über SEEGER Lederhandschuhe, die Herstellung, Lederten und Pflege

Über SEEGER, feine Lederhandschuhe für Damen und Herren:

„Felle gegerbt, Leder gefärbt, Handschuhe gemacht, Weltruf gebracht“, so steht es schon auf dem Osterwiecker Ledergeld von 1922.

Zu jener Zeit arbeiten in der kleinen Gerber- und Handschuhmacherstadt Osterwieck am Nordharz rund 2000 Menschen im Handschuhmacherhandwerk als Urgroßvater Adolf Seeger 1924 eine Handschuhmanufaktur gründete. Später führte sein Sohn Rudolf und ab 1948 in den schwierigen Nachkriegsjahren seine Ehefrau Magarete („Grete“) den Betrieb weiter. In einer von Männern dominierten Welt schaffte sie es aber bald sich durchzusetzen und zusammen mit Ihrem Sohn, Helmut Seeger – Handschuhmachermeister seit 1962 und Diplomingenieur für Lederverarbeitungstechnik - die Handschuhfertigung weiter auszubauen. Bevor der Betrieb 1972 in der ehemaligen DDR verstaatlicht wurde, hatten wir rund 35 Beschäftigte darunter sechs Handschuhmacher. Wir produzierten jährlich ca. 50.000 Paar Lederhandschuhe, viel auch für den westdeutschen Markt.

Nach der Wende machte sich Helmut Seeger zusammen mit seiner Frau Rosemarie wieder als Meisterbetrieb selbstständig. Mit einigen der besten Fachkräfte Ihres Faches aus dem staatlichen Nachfolgebetrieb konnten sie wieder Ihrer Passion folgen –  Feine Lederhandschuhe in bester Qualität, aufwendig und in reiner Handarbeit aus besten Leder fertigen. Dieser Tradition und dem Leitbild folgend führt inzwischen in vierter Generation die Tochter, Katrin Seeger mit viel Herzblut dieser Tradition folgend das Geschehen. Von klein auf mit dem Geruch von Leder in der Nase aufgewachsen hat sie die Liebe zum Handwerk mit in die Wiege bekommen.

Gerade weil im Rahmen der Globalisierung bestimmte alten Techniken und Fertigkeiten dazu in Europa immer mehr verloren gingen und gehen steht Familie Seeger. dafür ein, diese Handwerkskunst am Leben zu halten und zu fördern. Insbesondere im ehemaligen Gebiet der österreichischen k. u. k. Monarchie gibt es noch Menschen, die diese Arbeitsschritte noch beherrschen. Neben den klassischen und modischen handgefertigten Handschuhen in hochwertigen Lederqualitäten fertigt SEEGER Lederhandschuhe genau dort Handschuhserien mit aufwendigen Details, die etwas Besonderes sind. Aber vor allem sollen Handschuhe eines sein - ehrliche Handarbeit, nicht mehr, nicht weniger. (Im SEEGER Archiv gibt es noch hunderte von Handschuhmustern und die dazugehören Spezialwerkzeuge – Ideen sind genug vorhanden.)

Übrigens - Umweltschutz und Ihre Gesundheit ist SEEGER Lederhandschuhe wichtig. Das verwendete Leder stammt ausschließlich aus deutschen oder europäischen Gerbereien.

 

 

Wissenswertes über die von SEEGER verwendeten Lederarten:

Lamm-Nappaleder: Es ist das am häufigsten verwendete Material für die Herstellung von Lederhandschuhen. Herkunft, Rasse und Qualität der Rohware sind entscheidend für den Einsatz des fertigen Leders. Es wird für Damen und Herrenhandschuhe verwendet.

Pittard-Leder: Dieses besonders weiche und feste Leder stammt vom Haarschaf, das durch ein spezielles Gerbverfahren seine Eigenschaften behält.

Seiden-Nappaleder: Ein Lammleder, dass sich durch besondere Weichheit, Zügigkeit, Geschmeidigkeit und den seidigen Glanz auszeichnet. Es wird deshalb ausschließlich für modische und elegante Damenhandschuhe eingesetzt.

Peccary-Leder: Dieses hochwertige Wildschweinsleder weist ein sehr ausgeprägtes Narbenbild auf und ist besonders weich und sehr strapazierfähig. Es wird vorrangig für Damen- und Herrenhandschuhe in sportlich-elegantem Stil verwendet.

Carpincho-Leder: Dieses Leder stammt von einen südamerikanischen Capybara (großes Nagetier) und eignet sich gut für elegante Handschuhe. Die Narbung ist dem des Peccary Leders ähnlich, gut unterscheiden kann man es durch die Anzahl der Porenlöcher der Haare -Carpincho haben fünf bis sechs, Peccary-Leder immer drei Haarlöcher.

Wildleder: Ein ausschließlich aus Fellen von Reh, Gemse, Rentier, Elch oder Hirsch hergestelltes Leder für Damen- und Herrenhandschuhe, das vorrangig als Velourleder verarbeitet wird.

Velourleder: Dieses Leder ist ein fleischseitig feingeschliffenes Leder aus Wild- und Ziegenhäuten und wird für Damen- und Herrenhandschuhe verwendet.

Hirschleder: Ein Material, das sich durch hervorragende Weichheit und Geschmeidigkeit sowie ein besonderes Narbenbild auszeichnet und sowohl für Damen- und Herrenhandschuhe geeignet ist.

 

 

Über die Herstellung von Lederhandschuhen:

Der Weg vom Fell bis zum fertigen Lederhandschuh ist lang und aufwendig. Für Interessierte deshalb eine kurze Beschreibung des Herstellungsprozesses in chronologischer Reihenfolge mit Erklärung einiger französischer Fachausdrücke aus dem Handschuhmachergewerbe:

Einfeuchten:
Zur Verbesserung der Zügigkeit und der Ergiebigkeit werden die Felle vor Ihrer Verarbeitung in feuchte Tücher eingeschlagen.

Ausrecken der Felle:
Jedes Fell wird zur Kontrolle der Größe über der Tischkante der Länge nach (allong) und der Breite nach (traver) ausgereckt.   

Depsieren:
In diesem Arbeitsgang zerlegt der Handschuhmacher das Fell in Stücke (Bande) und fertigt aus diesen Stücken Handschuhe und Daumen mit entsprechenden Größenmaßen. Dabei wird noch immer in französischen Zoll gemessen (1 franz. Zoll entspricht 2,7 cm)

Etablieren:
Die herausgeschnittenen Handschuhe werden nach erneutem Ausarbeiten des Leders auf die entsprechende Größenschablone gearbeitet und ausgeschnitten.

Fentieren:
Die etablierten Handschuhe und Daumen werden mit Stanzmessern ausgestanzt. Damit erhalten sie die Fingerformen und das Daumenloch (Anavire). Ebenfalls fentiert werden die Schichtel (Zwischenstücke zwischen den Fingern) aus der Furnierung (Überschußleder).

Tamburieren:
Die Handschuhoberhände werden mit Ziernähten, Lederflechtungen oder Perforationen versehen.

Steppen:
Die Handschuhe, man spricht dann von "Steppern", werden auf Spezial-Handschuh-Steppmaschinen, die eine feine Steppnaht bis in die Fingerkuppen ermöglichen, genäht. So entstehen überwiegend klassische, elegante und auch sportliche Handschuhe.

Handlaschen:
Diese ausschließlich von Hand genähten Handschuhe werden als "Handlascher" bezeichnet. Das typische Nahtbild bestimmt bei diesen hochwertigen Artikeln den klassischen oder sportlichen Stil.

Dressieren:
Die genähten Handschuhe werden auf beheizten Metallhandschuhformen geglättet. Sie erhalten dadurch Form, Glanz und fachgerechtes Aussehen.

Kontrolle:
Neben diversen Zwischenkontrollen werden die fertigen Handschuhe einer intensiven Qualitätskontrolle unterzogen, bevor sie unser Haus verlassen und zum Kunden gelangen.



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